Franziska Seifert

Vernissage im Kunsthaus Salzwedel 

Donnerstag, 09. April 2026 16:00 - 17:00 Uhr  

Einführung: Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Wolf Günter Thiel 
Die Eröffnung wird die Vibrafonistin Els Vandeweyer in ihrer speziell perkussiven Art musikalisch begleiten.
 
 

Die in Hamburg lebende Bildhauerin Franziska Seifert arbeitet in ihrem Atelier in Hamburg-Wilhelmsburg vorrangig mit Stein, aber auch mit Holz. Von der Zeichnung kommend ist die Arbeit bis heute stets von großformatigen mehrfarbigen Monotypien begleitet. Längere Arbeitsaufenthalte in Asien und Ozeanien prägen die Körperlichkeit der Skulpturen. 

Das Werk von Bildhauerin Franziska Seifert hat viele Gesichter, so zahlreich, wie die Möglichkeiten, die sie sucht und findet, Materialien unterschiedlichster Herkunft zusammenzusetzen, freizulegen, zu bearbeiten, zu formen. Aus einer an den Strand getriebenen Bambuswurzel, dem besonderen Stamm eines Baumes, Würgefeigen oder Palmhaar entstehen unter der Hand der Bildhauerin Holzskulpturen. Die "filigranen, ursprachlichen und lebensnahen Geschöpfe" sind Ausdruck der fortlaufenden Auseinandersetzung mit Abbildungstechniken aus aller Welt. Vor allem ihre Aufenthalte in Asien, vielfach Indonesien, führten Franziska Seifert zum ältesten Ausgangsmaterial der Bildhauerei, dem Holz. Demgegenüber stehen massive, lichte und sinnliche Steinkörper: Skulpturen aus Stein. Steine von überall her finden den Weg in ihr Atelier - Sandstein aus ihrer Heimat, Alabaster aus der Toskana, Dolomit und Muschelkalk aus den Alpen, Springstone und Opale aus Namibia, Jademarmor aus Ostasien und viele mehr. Als Vorarbeiten mit einem ganz eigenen, inhaltlichen und grafischen Charakter zeichnet und druckt die Künstlerin Monotypien, die in einem natürlich fließenden Übergang ebenso zu ihrem künstlerischen Oeuvre gehören. In ihrem Schaffensprozess ist Franziska Seifert frei. Er beginnt mit der Auswahl des Materials, gefolgt von einem steten fiktiven inneren Dialog mit demselben. Es spielt als Ausgangspunkt eine besondere Rolle - in seiner Form aber auch in seiner kulturellen und spirituellen Bedeutung. So bearbeitet sie z.B. Holz in einer für westliche Bildhauer:innen ungewohnten Weise nach historischen und traditionellen Holzbearbeitungstechniken von indonesischen Handwerker:innen der Insel Bali. Die Techniken prägen ihre Werke und werden zugleich Träger von vernakularem - an seinem Entstehungsort gewachsenem - Wissen.

Franziska Seifert engagiert sich in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit den Bildhauern Monika und Klaus Müller-Klug um den Erhalt des Skulpturengartens Damnatz an der Elbe. Sie unterstützt die Umsetzung von Projekten der bildenden Kunst in Hamburg und bemüht sich mit regelmäßigen Werkschauen um die Aufwertung des Standortes Wilhelmsburg.

(Quellen: Wolf Guenter Thiel: „Franziska Seifert – Skulptur als souveräne Geste“ in „Fair – Magazin für Kunst“, Ausgabe 02 | 2025, S. 20 ff. und www.bildhauerin-franziska- seifert.de)

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Franziska Seifert, TREIBGUT, Bambuswurzel,Puppenbeine, 2025, Länge ca. 72 cm